Feb
06
2009
0

Operation Walküre – Filmrezension


Operatin Walküre – Regie: Brian Singer

Wir beginnen in Afrika. Die Alliierten sind auf dem Vormarsch und Oberst Stauffenberg versucht den kommandierenden Offizier zum Rückzug zu bewegen, intensiv setzt er sich für die Soldaten ein, argumentiert, dass ein Durchhalten angesichts der gegnerischen Kräfte sinnlos wäre und hat schließlich Erfolg. So wird er also eingeführt: in legerer Feldkleidung statt in Garnitur, wenig um das eigene Fortkommen bemüht und couragiert auch gegenüber Vorgesetzten – kurz und knapp: der Held des Films.
Genug der Vorstellung, es folgen Luftangriffe, ein paar Panzer brennen, Autos kippen um und Stauffenberg verliert Auge, Hand und noch drei Finger. Damit ist das Vorgeplänkel vorbei und wir ziehen uns für den Rest des Films von Kriegsgeschehen, und größeren Explosionen zurück, Stauffenberg darf ab jetzt Ausgehuniform tragen und mit ihm alle anderen. Es wird nicht geschossen, sondern geredet; es wird nicht gekämpft, sondern geplant.

(weiterlesen…)

Written by Reksilat in: Medien | Tags:, ,
Jan
10
2009
0

“Watership Down” – Lektüreempfehlung

wdra

Das Buch handelt von einer Kaninchengruppe, die von ihrem Anführer Hazel aus ihrem Gehege geführt wird um eine gefährliche Reise in eine ungewisse Zukunft anzutreten. Es kommt zu dramatischen Begegnungen mit Füchsen, Menschen und anderen Kaninchen. Dabei bleibt das Buch nie das Kinderbuch, da viele vermutlich aufgrund der Kaninchen als Protagonisten erwarten würden. Zentrale Themen des Buches sind Macht(-missbrauch), Umweltzerstörung, Unterdrückung und Autorität. Die verschiedenen Kaninchengehege, auf die die Kaninchengruppe trifft sind in verschiedenen Gesellschaftssystemen organisiert, was zu Konflikten und völlig unterschiedlichen Verhaltensweisen der Kaninchenstämme führt. Der Autor schafft es, der Geschichte Emotionen zu verschaffen, ohne das Ganze in einem Studel von Kitsch untergehen zu lassen. Die verschiedenen Kaninchen werden charakterlich sehr präzise gezeichnet, wodurch die Interaktionen in der Gruppe und gegenüber anderen Kaninchen eine enorme Spannung aufbauen. Der Buch wurde damals auch aufgrund seiner exakten Ortsbeschreibungen bekannt. Der Autor versetzte die Handlung des Buches in das Gebiet, in dem er aufwuchs. Jeder beschriebene Ort, ob Farm oder Fluss existiert bzw. existierte während der Kindheit des Verfassers tatsächlich.
Das Buch wurde oft mit Orwells Farm der Tiere verglichen und als politische Botschaft oder gar Parabel bewertet, was der Autor jedoch mehrfach abstritt. Dennoch ist das Buch aufgrund der genannten Punkte weit mehr als ein Abenteuerroman für Kinder.
Der Roman wurde als Zeichentrickfilm verfilmt. Ich habe ihn noch nicht gesehen, doch wird er meist sehr positiv bewertet. Allerdings ist die Romanhandlung verkürzt, die Geschichten der “Kaninchenmytholgie” die die Kaninchen sich gegenseitig erzählen, entfallen beispielsweise.
Beim Erscheinen des Filmes gab es eine Diskussion, ob dieser Film für Kinder geeignet wäre (er erhielt eine FSK 6 Einstufung), oder ob die teils drastischen Szenen Kinder verstören könnten. Ich werde mir den Film bald einmal anschauen, dann kann ich hier ja ergänzen, ob er mir gefallen hat.

Wertung: 9/10

Written by opd in: Medien | Tags:,
Jan
10
2009
0

“In eisige Höhen” – Lektüreempfehlung

51vdy0yy9ml

Der amerikanische Autor schloss sich 1996 der Expedition des Bergführers Rob Hall an, das Ziel der Expedition: Die Besteigung des 8849 Meter hohen Mount Everests.
Zeitgleich mit Halls Expedition befand sich auch die Gruppe um den Bergführer Scott Fisher am Everest. Beide Expeditionen hatten eines gemeinsam; sie waren kommerzielle Expeditionen, bei denen die Berführer für hohe Summen (ca. 65.000 $/Person) Kunden auf den Gipfel des höchsten Berges der Welt führen sollten.
Im Gegensatz zu den Everest erfahrenen Bergführern der Expeditionen waren viele Teilnehmer das Höhenbergsteigen nicht gewohnt, sondern konnten höchstens Erfahrungen aus den Alpen vorweisen. Die Aufgabe der Expeditionsführer war es nun, mit vielen Sherpas und einer ununterbrochenen Versorgung mit Sauerstoffflaschen für ihre Kunden auch mittelmäßigen Bergsteigern das Erlebnis einer Eversestbesteigung bieten zu können.
Schon im Basislager wird Krakauer aufgund der offenbar fehlenden Erfahrung der Kunden skeptisch. Die Bergführer geben am Gipfeltag die Uhrzeit von 14:00 als letztmöglichen Umkehrpunkt an, da ansonsten die Gefahr unkalkulierbar würde.
Aufgrund der schieren Menschenmasse am Berg, logistischer Fehler und dem mangelhaften körperlichen Zustand einiger Kunden verzögert sich der Aufstieg teils um Stunden. Sherpas müssen die unerfahrenen Bergsteiger fast den berg hochziehen, oder werden mit sehr schweren Satallitentelefonen belastet, damit eine amerikanische Hobbybergsteigerin vom Gipfel telefonieren kann. Durch diese überflüssigen Kraftanstrengungen werden diesen Menschen später die Kräfte fehlen, um anderen in Lebensgefahr schwebenden Expeditionsteilnehmern zur Hilfe zu kommen.
Auch die erfahrenen Bergsteiger Hall und Fisher ignorieren ihre selbst gesetzten Umkehrzeiten, um auch den letzten Kunden auf den Gipfel zu helfen. Als 2 Stunden nach der Umkehrzeit noch Menschen auf dem Gipfel sind zieht ein Schneesturm mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h und Temperaturen von bis zu -75 Grad auf. Die Sichtweite sinkt auf wenige Meter und die Tragödie nimmt ihren Lauf.

Krakauer stieg als einer der ersten vom Gipfel ab und schildert, wen er auf seinem Weg zum sicheren Lager trifft, in welchem Zustand die ihm noch entgegenkommenden Bergsteiger waren und wie versucht wird, den im Schneesturm Umherirrenden versucht wird zu helfen. Durch diesen “Augenzeugenbericht” eines Betroffenden gestaltet sich das Buch sehr bewegend. Krakauer schildert nicht einfach nur die Tragödie; er erklärt wie es dazu kommen konnte, dass in dieser Nacht mehr Menschen am Everest starben als je zuvor. Er hinterfragt den neu aufkommenden Kommerz des Höhenbergsteigens, ohne einseitige Schuldzuweisungen auszusprechen. Trotz des Schicksals der Expeditionsteilnehmer entsteht beim Leser ein Eindruck von der Faszination Everest.

Aufgrund des Hintergrundes dieses Tatsachenberichts verbietet sich meiner Meinung nach eine Wertung. Empfohlen sei es aber allemal.

Written by opd in: Medien | Tags:,
Jan
10
2009
0

“Iovialis – Geständnisse eines Terroristen” – Lektüreempfehlung

ertse1

Ich möchte euch gerne auf ein Buch und damit einen Menschen aufmerksam machen, das ich vor längerer Zeit mal las und seitdem immer mal wieder gelesen habe.

Iovialis – Geständnisse eines Terroristen

Es geht im Grunde genommen um Jörg Drescher, der einen authentischen Gegenwartsroman schrieb, indem er über sich selbst berichtete.
Jörg berichtet in dem Buch immer wieder aus verschiedenen Zeiten. Der Sachverhalt ist etwas kompliziert, da es die Gegenwart gibt, in der das Buch geschrieben wurde (Ort: Kiew), dann eine zweite Zeit, die etwas länger zurück liegt und die in der Gegenwart endet (ebenfalls in Kiew) und dann die eigentliche Geschichte des Buches, das Leben Jörgs als Jugendlicher in Deutschland.

Hier eine grobe Zusammenfassung:
Jörg lebte in einer zerrütteten Familie, seine Mutter wurde von seinem Vater vergewaltigt und gequält, was letztendlich zum Auszug Jörgs führte. Er rutschte ab ins Drogenmillieu, lebte bei Freunden, konnte die Schule nicht mehr ordentlich abschließen, war aber simultan ein politisch interessierter junger Mann, der sich informierte und einige unstimmigkeiten fand, die ihn sehr ärgerten. So versuchte er diese Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen, schrieb an Politiker, redete mit Professoren, las viele schlaue Bücher, doch alles half nichts.
Die Welt wurde nicht besser und bald folgten die ersten Bombendrohungen Jörgs. Zwischenzeitlich versuchte er, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, kam in psychatrische Behandlungen, hatte Rückfälle und immer und immer wieder ärgerte er sich über Unstimmigkeiten im Grundgesetz. Wieder versuchte er, die Politik zu ändern, er war allerdings zu diesem Zeitpunkt schwer Drogensüchtig, er litt an Wahnvorstellungen.
Er kam zu dem Entschluss, dass Bombendrohungen allein nicht ausreichten, beriet sich mit einem Bekannten und plante den Bau einer Bombe. Das Material besorgte er sich, baute die Bombe, ließ allerdings den Zünder weg. Tatsächlich deponierte er die Bombe in einem Schließfach eines Bahnhofes und verständigte mehrere Zeitungen. Allerdings war er vom Drogenkonsum dermaßen mitgenommen, dass er das nicht anonym tat, sondern so, dass Rückschlüsse auf ihn zu ziehen waren. Die Zeitungen leiteten die Drohung ans BKA weiter, dieses stand sehr schnell bei Jörg vor der Tür.

Vom weiteren Verlauf möchte ich nicht viel erzählen, vielleicht noch soviel, dass es um den Bau einer schmutzigen Bombe geht (Radioaktives Material wird mit Sprengstoff verteilt, der Schaden ist gering, der Effekt sehr groß).

Was mich an der Geschichte sehr fasziniert ist, dass das alles zu einer Zeit geschah, die noch nicht so lange her ist. Es geht um die RAF-Morde, es geht um die mysteriösen Todesfälle von inhaftierten RAF-Mitgliedern, aber auch darum, dass Schröder aus Verfassungswidrigen Gründen die Vertrauensfrage stellte. Die Handlung spielt quasi mitunter in einer Zeit, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, dennoch kann man eine völlig andere Sicht der Dinge erleben, von Tatsachen lesen, die man vorher nicht kannte.
Neben der Erzählung fließt sehr viel geschichtliches Wissen mit ein, belegt durch Quellenangaben.

Tatsächlich ist Jörg Drescher der erste Terrorist, dessen Beweggründe ich nachvollziehen konnte und der mir komischerweise sympatisch ist. Das soll nicht heißen, dass ich Bombendrohungen und Terror gutheiße, gerade deshalb hat mich diese Geschichte ziemlich verwirrt.

Es ist ein meiner Meinung nach recht wertvolles Buch, da es authentisch berichtet und den Lebensweg eines Terroristen darlegt. Auch ist es durchaus spannend geschrieben, auch wenn es teilweise sehr verwirrend ist. Ich habe noch kein anderes Buch gefunden, was sich damit vergleichen ließe (was jetzt ohne Wertung gemeint ist).

Diskussion auf Freibrief.net

Written by wemaflo in: Medien, Recht & Gesetz | Tags:,

Powered by WordPress - Freibrief.net - Impressum