Apr
29
2009
0

Thomas Mann: Der Zauberberg – Entwurf und Inhalt

Dieser Artikel ist der Beginn einer Serie interpretatorischen Charakters über Thomas Manns “Zauberberg”. Das Buch bietet nicht viel Action; auch wenn man einen Liebesroman lesen möchte, ist man hier falsch. Trotzdem ist der Roman sehr empfehlenswert und für Mann-Fans ein Muss. Der Roman hat stark dazu beigetragen, dass dem Autor schließlich der Literatur-Nobelpreis verliehen wurde. Der “Zauberberg” ist ein Bildungsroman. Er heißt nicht nur so, er bildet wirklich, bietet Einblick in die anschaulich beschriebene Welt Thomas Manns und in die Tiefen der Philosophie, aber auch der Medizin und Musik. Ein Buch, das man zweimal gelesen haben muss.

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Apr
11
2009
2

Der unheilvolle Segen des Protektionismus

In der Krise zeigen Staatschefs gerne Handlungsfähigkeit. Dann treffen sie sich an irgendeinem prominenten Orten, um toll klingende Absichtserklärungen zu verfassen. So einigte man sich vor ein paar Wochen auf eine Absage an den Protektionismus, der sich nun überall breit machen zu scheint. Was haben alle gegen Protektionismus?
In Deutschland findet die Forderung, die Abwrackprämie nur noch an die Käufer deutscher Autos auszuzahlen, breite Zustimmung. Auf den ersten Blick scheint die Idee praktisch. Sie würde deutsche Arbeitsplätze schützen. Auch die EU schottet mit viel Geld ihren Agrarsektor von außen ab. Milch wird so lange subventioniert, bis Milchseen und Butterberge entstehen. Dieser Überschuss ist aber nicht weiter schlimm, man schickt das durch Subventionen (auf Kosten der Steuerzahler) spottbillige Milchpulver einfach in die 3. Welt, wo sie billiger sind als alle einheimischen Produkte. Einfuhrzölle dürfen diese Länder nicht erheben, sonst gibt es keine Entwicklungshilfe mehr. Und wir wissen ja alle: Protektionismus ist schlecht. Das Kapital, die Gesundheitsstandards und das Know-How, um ihre Milch in die EU zu exportieren, haben sie nicht. Und außerdem ist die EU-Milch sowieso billiger. Deshalb geht zwar dort der Agrarsektor kaputt, aber unsere Bauern freuen sich. Und wenn die Entwicklungsländer aufmucken wollen, dann drehen wir ihnen einfach die Milch ab. Selbst stellen sie ja keines mehr her. Klingt doch praktisch, oder nicht?

Ja, aber nur, weil dieser Kampf ein Kampf wie David gegen Goliath ist. Die EU schafft durch die Subventionen einen komparativen Kostenvorteil. Normalerweise führen solche Kostenvorteile zur beiderseitigen Spezialisierung auf die im Vergleich zum anderen Land billigeren Güter. Die werden dann ins andere Land exportiert, wodurch sich normalerweise für beide Länder eine Wohlstandszunahme einstellt. Dafür sind Schutzzölle oder Subventionen (beide sind eine Form des Protektionismus) nur hinderlich; d.h. Protektionismus schmälert den allgemeinen Wohlstand.
Durch ihre Subventionen erzeugt die EU einen Kostenvorteil, um die Landwirtschaft in der EU zu erhalten. Das Wohlergehen der Bauern wird allerdings von den EU-Steuerzahlern sowie von den afrikanischen Bauern erkauft, die nun ihrerseits pleite gehen. Da Entwicklungsländer nur wenig andere Produkte haben, die sie billig in die EU exportieren könnten, profitieren nur die Europäer vom internationalen Handel. Die beiderseitigen Abhängigkeiten, die sich normalerweise einstellen, wird zur bloßen Abhängigkeit der Entwicklungsländer. Wirtschaftswachstum aus eigener Kraft wird dadurch erschwert, Entwicklungshilfe wird benötigt. Die EU aber konnte durch Protektionismus ihre Unabhängigkeit bewahren, da sie immer noch über eine funktionsfähige Landwirtschaft verfügt (s. auch Bild unten). So hat Protektionismus auch mal etwas Gutes. Wenn auch nur für wenige.

Handelt es sich jedoch um zwei gleichberechtigte Partner, so werden Handelsbeschränkungen sofort Gegenmaßnahmen hervorrufen, um die Nachteile der Außenwirtschaft auszugleichen. Dadurch friert der Export ein. Gerade für den Exportweltmeister Deutschland wäre das verheerend. Der Protektionismus ab 1929 verschärfte die Krise zusehends.

Man könnte jetzt fragen: Was ist so falsch daran, deutsche Arbeitsplätze zu sichern? Zum Beispiel könnte man deutsche Autos zu subventionieren? Ansonsten würden ja alle arbeitslos! Gerade in der Krise sollte sich die Regierung lieber um die deutschen Arbeitsplätze kümmern!
Nunja, wie bereits erwähnt hat das 1929 auch nicht funktioniert. Protektionismus schmälert die Konkurrenz. Das heißt, die Preise bleiben höher als beim Freihandel und Innovationen, die ein normales Unternehmen benötigt, um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden unnötig. Das besorgt dann schließlich der Staat. Damit kann Protektionismus den Strukturwandel in der Wirtschaft verzögern oder gar verhindern. Da er andernorts jedoch weitergeht, könnte der geschützte Wirtschaftszweig ohne staatliche Hilfe möglicherweise bald nicht mehr existieren. Fiele diese plötzlich weg, wäre eine hohe Arbeitslosigkeit die Folge, die durch einen allmählichen Strukturwandel abgemildert hätte werden können.

Stukturwandel ist nicht aufhaltbar. Dabei ist es per se nicht schlimm, wenn Konzerne ins Ausland nach Rumänien oder China abwandern. Die Arbeitsplätze gehen nicht verloren, sondern wandeln sich nur. Das künftige Kapital Deutschlands ist die Bildung. Deutschland braucht hochqualifizierte Arbeitskräfte, um erfolgreich zu sein. Geringqualifizierte Fließbandarbeiter gibt es auch in China für weniger Geld. Protektionismus ist daher langfristig nicht sinnvoll. Da er aber kurzfristig die Wiederwahl sichert, droht er gerade in Krisenzeiten zum beliebten Instrument zu werden.

Unten stehendes Bild zeigt die Folgen von Protektionismus anhand eines vereinfachten ökonomischen Modells. Der Leser sollte etwas Zeit in die Interpretation der Schaubilder investieren.
(Quelle: Bundesanstalt für politische Bildung; Informationen zur politischen Bildung Nr. 299/2008: “Internationale Wirtschaftsbeziehungen”, S. 37)

Ist Protektionismus also Teufelszeug? Nicht unbedingt. In bestimmten Fällen kann er sinnvoll sein. So müssen manche Industriezweige bis zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit geschützt werden. Das schafft Arbeitsplätze.
Oben wurde der Nutzen von Subventionen für die EU dargestellt. Protektionismus besteht aber nicht nur aus Subventionen und Zöllen. Auch laxe Entsorgungsrichtlinien für umweltschädlichen Müll oder der Verzicht auf Mindestarbeitsstandards in China bieten einen Handelsvorteil. Wer das verhindern will, sollte keine unter diesen Umständen hergestellten Produkte mehr kaufen. Desweiteren kann der Staat sie so verteuern, dass solche Praktiken nicht mehr profitabel sind und eingestellt werden müssen.

Globalisierungskritiker führen an, dass mit dem Freihandel das Kapital eine große Macht gewonnen habe. So könne es jederzeit mit der Abwanderung ins Ausland drohen. Um die Konzerne im Land zu halten, überbieten sich die einzelnen Länder mit Steuergeschenken und Subventionen. Ist das denn etwas anderes als Protektionismus? Eigentlich nicht. Schutzzölle seien sozial gerechter als Subventionen.

Abschließend kann also festgestellt werden, dass Protektionismus immer zu einer allgemeinen Wohlfahrtseinbuße verbunden ist. Es gibt allerdings Ziele, die das rechtfertigen, wie z.B. der Wunsch nach nationaler Unabhängigkeit oder der zeitweilige Schutz junger Industriezweige bis zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Eine langfristige Lösung ist Protektionismus allerdings nicht.

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Mrz
19
2009
0

Das Naturrecht in “Michael Kohlhaas”

“Michael Kohlhaas” von Heinrich von Kleist ist neben “Die Räuber” von Friedrich Schiller und Kafkas “Proceß” ein Sternchenthemen im Abitur 2009 (BW). In den beiden Büchern rebellieren die Protagonisten gegen die bestehende Ordnung. Sie sehen sich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und berufen sich auf ein “Naturrecht”.
Anmerkung: Für die Richtigkeit des Inhalts der Artikel in diesem Blog kann nicht garantiert werden. Der Leser/die Leserin sollte die Interpretationsansätze stets selbst überprüfen. Zugrunde liegt Reclam (ISBN 978-3-15-000218-6)

Thomas Hobbes’ Leviathan-Theorie:

Der englische Philosoph Thomas Hobbes ist hauptsächlich durch sein staatstheoretisches Werk Leviathan bekannt geworden. Nach Hobbes leben am Anfang alle Menschen in einem Urzustand oder Naturzustand, einer Anarchie, in der ein “Krieg aller gegen alle” herrscht. Es gilt das Recht des Stärkeren. Jeder darf seine Fähigkeiten beliebig gebrauchen. Natürlich hat jeder die unveräußerlichen Grundrechte auf sein Leben und seinen Besitz, die er stets verteidigen muss.
Da auf diese Weise keine sinnvolle Lebensgestaltung möglich ist, gibt jeder Mensch seine Gewalt, seine Souveränität an einen höheren Souverän (z.B. König, aber auch demokratischer Staatsaufbau) ab, die seine Grundrechte dann verteidigt. Der neu geschaffene Staat hat ein Gewaltmonopol. Das Leben und der Besitz des Bürgers wird von der Polizei und dem Rechtsstaat vor Übergriffen geschützt.
Schafft es der Staat jedoch nicht, diese Grundrechte zu gewährleisten, so ist der Mensch wieder in den Urzustand zurückversetzt. Er hat die Vollmacht, sich selbst zu verteidigen. Dies ist z.B. der Fall, wenn jemand angegriffen wird, die Polizei aber zu spät kommt.

Michael Kohlhaas:

Michael Kohlhaas, der Rosshändler, wird von Junker Wenzel von Tronka schändlich betrogen. Rechtschaffen, wie er ist, versucht er zuerst, sein Recht (Wiederherstellung der zwei gepfändeten Rappen und Schadensersatz für seinen Knecht Herse) auf dem Rechtswege durchzusetzen. Unglücklicherweise werden seine Briefe von Verwandten des Junkers unterschlagen. Da der Rechtsstaat damit faktisch außer Kraft gesetzt wurde, sieht sich Kohlhaas in den Hobbes’schen Naturzustand zurückversetzt und sinnt auf Selbstjustiz: Er wird Räuber und Mörder; er sucht von Tronka, um ihn zu richten und um sein Recht von den Machthabern gewaltsam einzufordern. Die Kurfürsten lassen sich darauf nicht ein: Sie müssen den mordenden Kohlhaas fassen, um ihre Macht zu erhalten. (”Wer ist der Herr im Haus?”) Aus einer Fehdesituation zwischen Kohlhaas und von Tronka wird so ein Krieg gegen das gesamte System. Jedoch muss man Kohlhaas Egoismus attestieren: Es geht ihm in der Gesamtheit nicht um das System an sich, sondern nur um die Durchsetzung seines eigenen Rechtsfalles. Er ist kein Revolutionär, sondern er nutzt nur alle Mittel, sein Recht zu bekommen.

Die Kohlhaasischen Mandate und das Gespräch mit Luther:

Im ersten Mandat, das er verteilt, fordert Kohlhaas jeden auf, ihm zu helfen, da er mit dem Junker in einem “gerechten Krieg” lebe (vgl. S. 31, Z. 17). Im Laufe der Zeit radikalisieren sich die Mandate jedoch. Kohlhaas erhöht sich selbst bis zu einem “Statthalter Michaels, des Erzengels, der gekommen sei, [...] die Arglist, in welcher die ganze Welt versunken sei, zu bestrafen.” (S. 39, Z. 17-20) Was vorher noch eine Fehde war, wird nun zum Krieg gegen die Allgemeinheit.
In einem Mandat argumentiert Kohlhaas ganz klar mit dem Naturrecht: Er nennt sich “einen Reichs- und Weltfreien, Gott allein unterworfenen Herrn”. (S. 33, Z. 29f.)

Auf diese Provokationen hin schaltet sich Martin Luther ein, den Kohlhaas verehrt. In einem Brief geißelt er Kohlhaasens Gewalt als “Ungerechtigkeit”; sie sei kein verhältnismäßiges Mittel zur Erlangung der Gerechtigkeit. Er wirft Kohlhaas außerdem vor, auf dem Rechtswege zu früh aufgegeben zu haben: Der Kurfürst, seine Obrigkeit, gegen den der Rosskamm seinen Krieg führt, wisse gar nichts von Kohlhaas und seinem Rechtsstreit. Insgesamt verurteilt Luther Kohlhaasens Vorgehen aufs Schärfste. (vgl. S. 40f.)
Der Rosskamm möchte sich rechtfertigen und sucht Luther deshalb auf. Auf die Frage Luthers, wer ihm denn das Recht gegeben hätte, den Junker in Verfolgung eigenmächtiger Rechtsschlüsse zu überfallen. (vgl. S. 43, Z. 36-S. 44, Z. 3) Kohlhaas antwortet richtig: Niemand. Er versucht sich aber zu rechtfertigen: “Der Krieg, den ich mit der Gemeinheit der Menschen führe, ist eine Missetat, sobald ich aus ihr nicht, wie Ihr mir die Versicherung gegeben habt, verstoßen war! [...] Verstoßen nenne ich den, dem der Schutz der Gesetze versagt ist! Denn dieses Schutzes, zum Gedeihen meines friedlichen Gewerbes, bedarf ich; ja, er ist es, dessenhalb ich mich, mit dem Kreis dessen, was ich erworben, in diese Gemeinschaft flüchte; und wer mir ihn versagt, der stößt mich zu den Wilden der Einöde hinaus; er gibt mir, wie wollt Ihr das leugnen, die Keule, die mich selbst schützt, in die Hand.” (S. 44, Z. 5-21) Auch hier argumentiert Kohlhaas wieder eindeutig mit dem Naturrecht: Wie Robinson Crusoe auf seiner Insel gestrandet ist, wurde der Rosskamm aus der Gemeinschaft der Menschen verstoßen, befindet sich nun außerhalb des Staates und ist bereit, seine Rechte selbst zu verteidigen. Luther hält es jedoch für unmöglich, dass jemand aus der Gemeinschaft verstoßen werden kann. Er beharrt auch auf seinem alten Standpunkt, dass den Kurfürsten keine Schuld treffe, da er nichts von der Klage wisse. Sein einziges Vergehen sei die Wahl solch schlechter Diener, die Briefe unterschlagen. Dafür dürfe ihn aber nur Gott zur Rechenschaft ziehen; einem Menschen stehe dies nicht zu. Damit argumentiert Luther mit dem mittelalterlichen Gottesgnadentum, nach dem Fürsten und Könige von Gott selbst eingesetzt worden seien. Ein Angriff gegen den Kurfürsten sei daher ein direkter Angriff gegen Gott.

Daraufhin bietet Kohlhaas an, es noch einmal auf dem Rechtswege zu versuchen, um seine beinahe lächerlich niedrigen Forderungen einzuklagen. Luther antwortet: “[...] schau her, was du forderst, wenn anders die Umstände so sind, wie die öffentliche Stimme hören läßt, ist gerecht; und hättest du den Streit, bevor du eigenmächtig zur Selbstrache geschritten, zu des Landesherrn Entscheidung zu bringen gewußt, so wäre dir deine Forderung, zweifle ich nicht, Punkt vor Punkt bewilligt worden. Doch hättest du nicht, alles wohl erwogen, besser getan, du hättest, um deines Erlösers willen, dem Junker vergeben, die Rappen, dürre und abgehärmt, wie sie waren, bei der Hand genommen, dich aufgesetzt, und zur Dickfütterung in deinen Stall nach Kohlhaasenbrück heimgeritten? ” (S. 45, Z. 35-S. 46, Z. 9)
Nach Luther wäre Kohlhaas in jedem Fall im Recht gewesen, wenn er keine Gewalt angewandt hätte. Diese Gewalt macht Kohlhaas aber nicht zu einem rechtschaffenden, sondern vor allem zu einem entsetzlichen Menschen (vgl. S. 3, Z. 3f.). Deshalb verneint er die Möglichkeit der Absolution Kohlhaasens gegenüber seinem Heiland. Trotzdem verschafft er Kohlhaas Amnestie und die Hoffnung, seine Forderungen doch noch durchzusetzen. Damit hat er Kohlhaas nicht nur geholfen, sondern vielmehr auch das Morden gestoppt. Diese Einstellung trifft sich mit der des historischen Luther, der auch dem historischen Hans Kohlhase den Rat gab, sich seinen Frust doch zu „verbeißen“ und von der Gewalt abzulassen: „Unrecht wird durch ander Unrecht nicht zurecht bracht. […] Was ihr mit Recht ausführen moget, da tut ihr wohl; könnt ihr das Recht nicht erlangen, so ist kein anderer Rat da, denn Unrecht leiden.“
Luther ist ein Vertreter des Rechtspositivismus und damit der aufklärerischen Naturrechtslehre (Anachronismus!) entgegengesetzt.

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Mrz
14
2009
0

Tiramisu

Die berühmteste italienische Nachspeise ist immer noch das Tiramisu, also das “Zieh mich hoch”. Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, ein Tiramisu vorzubereiten. Ein paar möchte ich hier vorstellen.

Zutaten:

  • 200g Löffelbiskuits
  • 500g Mascarpone
  • 3 Eier
  • 2 Päckchen Vanillinzucker
  • ca. 2-8 cl Amaretto oder Cognac
  • ca. 75g Zucker
  • ein Gefäß
  • Kakaopulver
  • eine Tasse starken Kaffee oder Espresso

Die meisten Zutaten können nach dem persönlichen Geschmack bemessen werden. Mag jemand das Tiramisu süßer, so gibt er einfach mehr Zucker hinzu. Allerdings enthalten auch die Löffelbiskuits und der Amaretto viel Zucker!

Zubereitung der Mascarpone-Creme:

Die Eier in Eigelb und Eiklar trennen. Das Eigelb wird mit dem Vanillinzucker verrührt. Danach gibt man den Mascarpone hinzu. Gut verrühren.
Die Creme wird mit Amaretto aromatisiert. Ist keiner da, geht auch Cognac. In den meisten Rezepten sind 20-40ml angegeben, aber nach persönlicher Erfahrung schmeckt man diese geringe Menge später nicht mehr. Außerdem muss noch berücksichtigt werden, ob Kinder das Dessert essen – viel Alkohol hinzuzugeben ist da eher nicht empfehlenswert. Deshalb dosiert man die Menge nach Gefühl und Geschmack. Notfalls kann man den Amaretto auch ganz weglassen.
Das Eiklar wird (evtl. mit etwas Zucker) steif geschlagen und untergehoben.

Weitere Schritte:

Ein geeignetes Gefäß aussuchen. Normalerweise nimmt man eine Auflaufform, aus der man dann die einzelnen Portionen aussticht. Man kann aber auch vorportionierte Gläser benutzen. Der Vorteil daran ist, dass diese Lösung sehr sauber ist und dass man die einzelnen Schichten gut sieht.
Nun nimmt man die Tasse (starken) Kaffee. Er sollte bereits abgekühlt sein. Man kann auch hier Zucker und etwas Amaretto hinzugeben. Dann nimmt man die Löffelbiskuits und taucht sie an beiden Enden jeweils kurz in den Kaffee ein. Nicht zu lange, denn die Biskuits saugen den Kaffee schnell auf und zerbröseln dann. Auch wenn der Biskuit in der Mitte noch hart ist, hat das nichts zu sagen. Das wird sich noch ändern. Dann legt man die Biskuits noch in der Form aus. Eine andere Variante ist, die Biskuits noch im harten Zustand auszulegen und dann den Kaffee mit einem Löffel darüber zu verteilen.
Wenn der ganze Boden bedeckt ist, eine Schicht Mascarpone-Creme darübergeben. Über die Mascarpone-Creme wieder Löffelbiskuits verteilen usw. bis die Zutaten aufgebraucht sind. Die oberste Schicht besteht aus Mascarpone. Den Mascarpone pro Schicht so zu dosieren, dass er einem nicht bei der obersten Schicht ausgeht, ist Erfahrungssache. Als Ersatz kann man aber im Notfall auch Schlagsahne (mit Amaretto?) nehmen.
Nun stellt man das Tiramisu eine Nacht lang in den Kühlschrank. Zumindest vier Stunden sind für das Durchziehen einzuplanen. Die Oberfläche der Mascarpone-Creme kann etwas gelb werden. Dem kann man evtl. mit Frischhaltefolie entgegenwirken.
Vor dem Servieren bestreut man das Tiramisu noch mit Kakaopulver. Wenn keines vorhanden ist, einfach Kabapulver o.ä. benutzen. Gibt man das Kakaopulver schon direkt nach der Herstellung über das Tiramisu, so verliehrt es über Nacht seine pulvrige Konsistenz und bildet später nur noch eine braune Schicht im Mascarpone. Das schmeckt zwar auch nicht anders, sieht aber nicht schön aus.

Es lassen sich auch Frucht-Tiramisus zubereiten. Für ein Kirsch-Tiramisu nimmt man die abgetropften und entsteinten Kirschen und ersetzt eine Schicht Mascarpone damit. Anstatt Amaretto bietet sich hier Kirschwasser an.

Da im Tiramisu rohe Eier verarbeitet werden, besteht Salmonellengefahr. Deshalb: Schnell verzehren.

Guten Appetit!

Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tiramisu_Fanes.jpg

Written by Tequila in: Rezepte | Tags:, ,
Feb
06
2009
0

Operation Walküre – Filmrezension


Operatin Walküre – Regie: Brian Singer

Wir beginnen in Afrika. Die Alliierten sind auf dem Vormarsch und Oberst Stauffenberg versucht den kommandierenden Offizier zum Rückzug zu bewegen, intensiv setzt er sich für die Soldaten ein, argumentiert, dass ein Durchhalten angesichts der gegnerischen Kräfte sinnlos wäre und hat schließlich Erfolg. So wird er also eingeführt: in legerer Feldkleidung statt in Garnitur, wenig um das eigene Fortkommen bemüht und couragiert auch gegenüber Vorgesetzten – kurz und knapp: der Held des Films.
Genug der Vorstellung, es folgen Luftangriffe, ein paar Panzer brennen, Autos kippen um und Stauffenberg verliert Auge, Hand und noch drei Finger. Damit ist das Vorgeplänkel vorbei und wir ziehen uns für den Rest des Films von Kriegsgeschehen, und größeren Explosionen zurück, Stauffenberg darf ab jetzt Ausgehuniform tragen und mit ihm alle anderen. Es wird nicht geschossen, sondern geredet; es wird nicht gekämpft, sondern geplant.

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Written by Reksilat in: Medien | Tags:, ,
Feb
02
2009
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Lebenspoesie – Die Weisheit mit Löffeln gefressen?

-
Töne sollen zu Bildern werden,
Bilder zu Melodien.
Dann sind wir alle,
alle ein.
Denn wir sind Farben Melodien
-

-
Ich habe nur die Poesie
mit Herz und mit Verstand,
und ihr,
ihr habt die Hand dazu,
nun tragt die Nachricht über `s Land!-

Ich könnte ewig Reime reimen,
unendlich,
ja sogar.
Doch immer ewig Reime reimen,
das wär´ja sonderbar.

So möcht´ auch ich einmal vergeh´n, in eine and´re Welt,
um da mit klarem Herz zu sehen,
was da die Welt
zusammen
hält.
-

-
Lasst die Gedanken kreisen, ja kreisen, ganz und gar,
ja was die Wissenschaft nur sucht,
sind Kreise, Wunderbar!
-
Ich habe ihn gefunden,
den einen,
großen ganzen,
doch weiß ich´s auch nicht so genau,
es werden immer Pflanzen.
-
Pflanzen sind wie lebende Bilder
und sie enden nie,
sind ewig und unendlich,
sie sind wie Peosie.
-
So sind die Pflanzen Worte,
wie die,
der ganzen Welt,
Die Pflanzen sind das Wort
was diese Welt erhellt-

Sie werden und vergehen nicht,
wie diese große Welt.
unendlich und auch ewig
Die Worte dieser
Welt.
-
Das Leben ist unendlich,
Das Leben endet nie,
so ist das Leben ewig,
es ist wie
Peosie.
-

-
Keine Zahl mehr macht mir Angst,
Keine Zahl ist mehr zu klein,
Denn alle Zahlen
dieser Welt,
sind in einem ein:
-
Keine Zahl ist größer/kleiner
als die Welt,
denn wenn `s die kleinste Zahl
nicht gäbe
gäb´es keine Welt.
-
Auch wenn so manche Zahl
ja gar kein Ende kennt,
hat jeder der die Welt versteht,
ihr die Unendlichkeit geschenkt.
denn jeder der die Zahl verstand
sagt: endlich ewig,
hat doch nichts Bestand.
-
So ist es die Unendlichkeit
die unsere Welt erhellt,
So bringt uns die Unendlichkeit
die Schönheit in die Welt.
-

(Kleiner Hinweis: “erhellt” kommt öfter vor, Doppeldeutigkeit auch im Sinne von erhalten; Die Pflanzen stehen für alle Lebewesen.)

-
Die Unendlichkeit,

wonach sie selber immer strebt,
es ist doch unbegreiflich,
die Unendlichkeit sie lebt,
sogar sehr begreiflich.
-
Denn was noch nie vergangen,
doch für immer lebt,
es kann nur immer größer werden,
so wie es eben strebt.
-
Die Ewigkeit stellt hier die Frage
die Unendlichkeit belebt,
dann kommt die Antwort
schnell zu Tage,
so wie es eben strebt.
-
Und mit jeder neuen Antwort
kommt etwas hinzu,
so kann es immer größer werden.
Hörst du mir noch zu?
-
Ich dacht´es wäre gut zu fragen,
dann kommt die Antwort schnell zu Tag.
Denn ohne Fragen fragen dir niemand Antwort sagt.
-
So gibt es nur Verstand im Sein,
aus Ewig- und Unendlichkeit,
und es ist das große Leben
das diese Zwei in sich
vereint.
-
Denn nur das eine große Leben
kann sich sicher sein zu sein,
denn in ihm gibt es gleich beide streben,
zum alles und zum kein.
-
So hat denn jedes große Leben,
den Schlüssel zur Unendlichkeit
wenn wir nur mit Liebe streben,
sind wir bald zu zweit,
vereint.
-
Und nun kann in uns´rer Mitte
etwas größeres entstehn
und wir nennen es das Dritte
Wie das geht?
Wird man schon sehen.
-
Nun sollt der Mensch,
allein,
Mit Herzen und Verstand,
in beidem fest,
vereinet sein.
Dann hat die Welt Bestand.
-

-
Die bewusste Ewigkeit,
nur ständig Fragen fragt,
die Unendlichkeit,
nur nach der Antwort jagt.
-
Sie kommen dann zur
Einheit,
Und aus der festen Frage-Antwort,
wird dann ein kleiner neuer Standort,
für die Unendlich- und die Ewigkeit.
-
Sehr viele mal in sich
vereint,
mit Frag´und Wort,
In Unendlichkeit und ewig erscheint dann,
uns´rer Weltenort.
-
wo man gut wohnen kann.
-
Und einmal schon vor langer Zeit,
da fragte sich die Ewigkeit.
Wie bin ich eigentlich?
Allein zu zweit?
Wie viele gibt es nun von mir?
Bin ich denn
alleine
hier
?
-

-
Die Unendlichkeit stieg auf zu Tage,
um wie `s ihr Ding ist,
nun im Lichte,
nach der Antwort jage.
-
So war es denn,
in unserer Welten-Zeit.
Nun Lichtlein brenn,
das kleine Leben steht bereit.
-
Nun konnt es wachsen,
immer weiter.
siebenmal auf einer Leiter,
doch der achte Schritt,
dann gehts nicht weiter,
kommt doch gleich
`ne neue Leiter.
-
Doch die Ewig- und Unendlichkeit
sind ewig nur allein zu zweit,
verbunden
durch die ewige Getrenntheit.
-
Und so suchen sie,
für immer und für jetzt,
mal von Vergänglichkeit gehetzt
und mal in ewige Unendlichkeit versetzt.
-
Und das lange Band
was sie verbindet,
umso mehr Bewusstsein findet,
je größer `s Leben ist
um das sich `s windet.
-

Written by ensman in: Kunst |
Jan
23
2009
0

Die neue Hessen-Wahl – Eigentlich irrational

Am Sonntag hat Hessen wieder gewählt. Das Ergebnis war zu erwarten, ist aber bei näherer Betrachtung eigentlich sonderbar, ja geradezu irrational. Hier noch einmal die Ergebnisse.

Die Linke hat stagniert und eigentlich genauso abgeschnitten wie in der vorherigen Wahl. Nur wenige Ex-SPD-Wähler sind zur Linken abgewandert. Das Gros wählte stattdessen die Grünen, die ein kräftiges Plus verzeichnen konnten und mächtig vom Chaos in der Hessen-SPD profitierten. Allerdings blieben auch viele daheim: Die Wahlbeteiligung nahm auf ca. 61% ab.

Insgesamt verlor die SPD wie erwartet extrem und konnte nur noch 23,7% der Stimmen einfahren (vorher 36,7% / – 13%). Das war die natürliche Folge auf den “Wortbruch” Andrea Ypsilantis und auf ihr Versagen beim Versuch, Ministerpräsidentin zu werden. Dass Politiker ihre Versprechen oft nicht halten, sind die Bürger mittlerweile schon fast gewohnt, aber eine Partei, die erwiesenermaßen nicht regierungsfähig ist, wählt keiner. Traurig ist nur, dass das schlechte Ergebnis der SPD nicht an ihrem Programm liegt. Da Millionen Leute ihre politische Meinung innerhalb eines Jahres normalerweise nicht grundlegend ändern, liegt die Zustimmung zu den Zielen der SPD wohl immer noch bei 36,7%. Der herbe Stimmverlust ist also alleine auf den Streit innerhalb der SPD und die große Enttäuschung der Wähler zurückzuführen.

Als Reaktion auf das schlechte Ergebnis trat Andrea Ypsilanti von ihren Ämtern zurück. Dieser Rücktritt war ebenfalls abzusehen, kam aber zu spät: Wäre sie bereits nach ihrer mißlungenen Regierungsbildung zurückgetreten, so hätte sie dem neuen Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel einen echten Neuanfang ermöglichen können. Dass sie das nicht getan hat, war im Wahlkampf für “TSG” eine Behinderung. Das Image einer Marionette konnte der vorher völlig unbekannte Landespolitiker nie ganz abschütteln. Sich weiter zu profilieren, wird seine Aufgabe für die nächsten fünf Jahre sein.

Trotz allem konnte die CDU davon nicht profitieren. Prozentual legte sie nur um 0,4% zu. Es reichte, um Ministerpräsident Roland Koch zusammen mit der FDP die Mehrheit zu sichern, worüber er sich zu Recht freuen konnte. Trotzdem kann dieser vermeintliche Wahlsieg nicht darüber hinwegtäuschen, dass Koch weiterhin sehr unpopulär ist. Bezieht man die geringere Wahlbeteiligung mit ein und betrachtet man die Wahlergebnisse in absoluten Zahlen, so haben sogar weniger Menschen ihre Stimme der CDU gegeben als vorher. Aus dem von Generalsekretär Pofalla propagierten Wahlsieg wird so bei genauerer Betrachtung eine Niederlage. Nicht gegenüber der SPD, aber gegenüber dem Wähler.

Der große Wahlsieger hieß FDP mit 16,2% (vorher: 9,4% / +6,8%). Sie hatte zwar keine besonderen programmatischen Eckpunkte, aber sie schaffte es, die Stimmen für das bürgerliche Lager bei sich zu bündeln. Wechselwähler, die aufgrund ihrer Enttäuschung über die SPD nun wieder CDU hätten wählen können, wichen auf die FDP aus. Auch eine Art, dem Ministerpräsidenten einen Denkzettel zu verpassen. Die FDP ist in der Koalition und auch im Bundesrat zu einem Machtfaktor geworden und wird im November bei Beibehaltung ihrer Wahlkampftaktik vielleicht die ehemals von FDP-Chef Guido Westerwelle angepeilten 18% erreichen können. In Hessen wohlgemerkt. Wie zuvor bei der SPD ist aber auch hier ganz klar sichtbar, dass nicht nach programmatischen Gesichtspunkten entschieden wurde – eigentlich irrational. Schließlich stellen diese Leute die nächste Regierung. Gerade die FDP steht hierzulande für Neoliberalismus, Turbokapitalismus, die Finanzkrise (man könnte die Liste ewig fortführen). Eine so liberale Politik wie von der FDP gefordert hat überhaupt erst die Krise verursacht. Die Philosophie wurde durch die Realität widerlegt. Eigentlich sollte man denken, dass die Wähler solch eine Partei zumindest während der Finanzkrise nicht mehr wählen – aber falsch gedacht. Wie schon gesagt: Eigentlich ist das Wahlverhalten der Hessen zutiefst irrational.

Anscheindend werden die Bürger in der Krise konservativ und wählen lieber Sicherheit anstatt soziale Gerechtigkeit. Besonders, wenn die Verfechter der Gerechtigkeit keine Sicherheit bieten können. In fünf Jahren wird Hessen wieder wählen. Dann wird die Finanzkrise vorüber sein, und vielleicht hat sich sogar die SPD geordnet. Dann wird sich herausstellen, ob das Ergebnis von letzter Woche (Januar 2009) ein historisch einmaliges Ereignis war oder der Anfang einer neuen Ära.

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Written by Tequila in: Gesellschaft, Politik | Tags:, , , , , , ,
Jan
21
2009
0

Mirror’s Edge – Im Höhenrausch

Seit dem 16.01.2009 ist es nun auch endlich für den Heimcomputer erhältlich, Mirror’s Edge! Neugierig wie ich war, stürzte ich natürlich sofort in den Elektronikmarkt meines Vertrauens um -wie sich rausstellen wird- ein Abenteuer der ganz besonderen Art zu erleben.

Mirror’s Edge? Was ist das denn?

Im Grunde ist eben genanntes Spiel im Jump&Run-Genre einzuordnen. Doch wer denkt, man laufe in Mario-Manier durch die Levels und hüpfe auf sich bewegende Pilze, ist falsch gewickelt. Vielmehr geht es darum, die Trendsportart “Parkour” nachzuspielen. Ihr mimt Faith, eine sogenannte Kurierin. Auf Grund der totalen Überwachung einer fiktiven und sterilen  Stadt ist es den Menschen nicht mehr möglich, unbeobachtet Nachrichten über Telefon oder Post zu übermitteln. Hier kommt ihr ins Spiel. Als Runner sollt ihr schnell und zuverlässig Informationen überbringen. Ganz leicht, möchte man meinen, wäre da nicht die Exekutive, die eure Botengänge gar nicht gerne sieht. Eines Tages wird Faiths Schwester eines Mordes bezichtigt, den es aufzuklären gilt. Da die offene Straße zu gefährlich ist, schwingt ihr euch lieber in Ego-Perspektive über die Häuserdächer der 3D-Welt.  Klingt spannend, ist es auch!

Kann das denn gut gehen?

Es kann. Und wie! Ihr steuert euer Alter Ego klassisch mit den WASD-Tasten, schaut euch mit der Maus um und springt mit dem länglichen Klotz in der untersten Reihe der Tastatur geschickt über Hindernisse. Auch restliche Feinheiten wurden sehr geschickt belegt und ermöglichen somit einen schönen Spielfluss.

Uuuund Action!

Natürlich verspricht das Spiel vor allem eins: Adrenalingeladene Verfolgungsjagden! Und von diesen gibt es mehr als genug. Fast ständig seid ihr auf der Flucht vor der Polizei. Am besten gar nicht auf eine Konfrontation einlassen, klar, wer steht schon gerne schwerbewaffneten Männern gegenüber? Also ab durch die Mitte, über tiefe Häuserschluchten,  hohe Zäune, durch enge Hochhaus-Etagen und Baustellen. Wann immer ihr ein Objekt seht, mit dem ihr interagieren könnt, färbt sich jenes tiefrot. Ein gut getimeter Druck auf die Leertaste und ihr segelt elegant durch die Lüfte, um euch im nächsten Moment grazil abzurollen, nur Fliegen ist schöner. Doch keine Zeit für Verschnaufpausen, die Kugeln zischen schon wieder dicht an euch vorbei. Sollte alles nichts nützen und ihr müsst euch in den Nahkampf begeben, hilft euch ein sehr schön gestaltetes, innovatives und einsteigerfreundliches Kampfsystem. Natürlich kann es sein, dass es einem trotzdem zu schnell geht. Kein Problem, ein Knopfdruck und alles läuft in Zeitlupe ab, schöne Idee, wird aber nur selten benötigt. An sich bietet das Spiel eine klasse Atmosphäre, die sich auch in den Comic-Zwischensequenzen, mit der die Handlung kontinuierlich vorangetrieben wird, zeigt.

Hier gibt es was auf die Augen…

Von der ersten Spielminute an bietet Mirror’s Edge einen WOW-Effekt. Die Programmierer benutzten die Unreal3-Engine um ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Die Fernsicht ist einfach grandios. Ebenfalls positiv fällt der Überstrahleffekt (auch als HDR bekannt) auf, der die Areale gut in Szene setzt. Auch sonst ist alles mit Liebe für’s Detail gestaltet worden, Gläser und Flaggen z.B. werden physikalisch korrekt von Projektilen getroffen, nichts, was das Spiel ungemein besser macht, nett anzusehen ist es trotzdem. Die Charaktere besitzen schöne Animationen und alles wirkt sehr durchdacht. Respekt!

…und Ohren!

Besonders zu erwähnen ist die Soundkulisse, die sich perfekt mit der Spielsituation arrangiert. Nach einem Dauerspurt hört man Feith heftig atmen, die ausführende Gewalt schreit sich während der Verfolgung Anweisungen zu, auf den Dächern hört man ca. 100 Meter unter sich Autos vorbeifahren, die Musik pulsiert im Hintergrund, treibt zu Höchstleistungen an und selbst banalste Dinge wie das Abrollen der Protagonistin wurden exzellent vertont.

Wo Licht ist…

Wie nicht anders zu erwarten, ist auch bei Mirror’s Edge nicht alles in Butter. Zum einen wäre da die sehr kurze Spieldauer, zum anderen wiederholen sich Spielelemente von Zeit zu Zeit. Die deutschen Synchronstimmen sind ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei und auch zu Bemängeln ist, dass sich wahre Herausforderungen eher in Grenzen halten.

Allgemeine Systemvoraussetzungen

Tolle Grafik hat ihren Preis, bei Mirror’s Edge hält sich dieser jedoch ziemlich in Grenzen. Wichtig für den vollen Genuss wäre eine 512 MB Grafikkarte mit Shader Model 3.0 und ein recht guter Arbeitsspeicher. Soweit ich es mitbekommen habe, wird die CPU weniger beansprucht.

System: Windows XP / Vista
Minimal: Optimal:
CPU: 2400 MHz 3000 MHz
RAM: 1024 MB 2048 MB
empf. Grafik: 3D Grafikkarte mit min. 256 MB RAM, besser 512 MB RAM
Sound: DirectX kompatible Soundkarte
HDD: 8 GB freier Festplattenspeicher
Laufwerk: DVD-ROM

Fazit

Mir persönlich gefällt Mirror’s Edge außerordentlich gut, wenn mir die Spieldauer auch ein wenig zu kurz war. Jeder, der nur irgendetwas mit dem Begriff “Parkour” anfangen kann, sollte sich dieses Spiel auf keinen Fall entgehen lassen!

9/10 Punkten

Diskussion auf Freibrief.net

Written by James_Much in: Rezensionen |
Jan
12
2009
0

John Le Carré – “Marionetten (A most wanted man)” – Rezension


Angeregt von einem spannend klingenden Rückentext habe ich mir vor zwei Wochen “A Most Wanted Man” (Deutsch: Marionetten) von John le Carre gekauft. Diesen Text möchte ich euch nicht vorenthalten, vor allem, weil ich mich später noch explizit auf ihn beziehen werde.

Praise for The Mission Song
‘REQUIRED READING FOR EVERYBODY
The Sidney Morning Herald

A half-starved young Russian man in a long black overcoat is smuggled into Hamburg at dead of night. He has an improbable amount of cash secreted in a purse round his neck. he is a devout Muslim. Or is he? He says his name is Issa.

Annabel, an idealistic Gyoung German civil rights lawyer, determines to save Issa from deportation. Soon her client’s survival becomes more important to her than her own career. In pursuit of Issa’s mysterious past, she confronts the incongruous Tommy Brue, a sizty-year-old scion of Brue Freres, a failing British bak based in Hamburg.

A triangle of impossible love is born.

Meanwhile, scenting a sure kill in the so-called War on Terror, the spies of three nations converge upon the innocents.

Poignant, compassionate, peopled with characters the reader never wants to let go, A Most Wanted man is alive with humour, yet prickles with tension until the last heart-stopping page. It is also a work of deep humanity, an uncommon relevance in our times.

In der deutschen Ausgabe mag der Text anders klingen, doch da ich diese nicht habe, kann ich das nicht sagen. Im folgenden werde ich mich durchweg einzig auf die englische Ausgabe beziehen!

Der Author war mir fast gaenzlich unbekannt, lediglich von dem Buch “Der Spion, der aus der Kaelte kam” habe ich schon einmal etwas gehoert, gelesen habe ich es allerdings nicht. Der Kauf war somit fast ein Blind-Kauf, ich kannte das Buch nicht, habe keine Empfehlungen gehoert, nur der Rückentext schien vielversprechend zu sein. Meine Erwartungen waren also nicht unglaublich hoch, ich freute mich auf einen spannenden, unterhaltsamen und vor allem facettenreichen Thriller mit einer großartigen Story.

Handlung:

Aus einem tuerkischen Gefaengnis geflohen und illegal nach Deutschland eingereist sucht ein tschtschenischer Moslem Zuflucht bei einer muslimischen Familie in Hamburg. Am Anfang erscheint er dieser, Melik und seiner Mutter Leyla, als armer, halbverhungerter und etwas verwirrter Mensch, fuer den Melik kaum Sympathien aufbringen kann. Doch je mehr sie von ihm erfahren, desto mehr gibt dies Melik zu denken. Sein richtiger Name ist Issa, seine “Reise” konnte er finanzieren, da er einen Geldbeutel um den Hals hatte, der voll mit amerikanischen Dollar-Noten ist. Von der Tuerkei aus ist er durch mehrere Bestechung per Schiff erst nach Skandinavien und anschliessend nach Deutschland gekommen. Doch warum gerade Hamburg? Issa ist davon ueberzeugt, dass ihm nur von Tommy Brue, dem Direktor einer britischen Bank in Hamburg, geholfen werden kann. Auch Annabel Richter, eine junge Anwaeltin der Sanctuary North, einer Organisation, die Immigranten hilft, sich in Deutschland einzuleben, wird in den Fall miteinbezogen, indem sie Issas Interessen als seine Anwaeltin vertritt. Doch sowohl Tommy Brue als auch Annabel Richter, nicht zu erwaehnen natuerlich Issa, Melik und Leyla, bewegen sich in viel groesserer Gefahr als sie anfaenglich denken. Denn die Geheimdienste verschiedener Staaten halten Issa fuer einen islamistischen Terroristen. Somit sind ihnen der amerikanische, britische und deutsche Geheimdienst auf den Fersen. Doch das haelt die Protagonisten nicht davon ab, Issa (aus von Person zu Person verschiedenen Gruenden) zu beschuetzen und vor der Deportation zu bewahren, auch wenn sie damit ihre eigene Karriere und Anerkennung in starke Gefahr bringen.

Meine Meinung:

Der Anfang des Buches liest sich sehr schnell und fluessig und ich habe mich gefreut, das Buch gekauft zu haben. Als Leser befindet man sich erstmal in Meliks Perspektive und teilt seine Gedanken und Gefuehle. Man steht Issa noch etwas skeptisch gegenueber, was vor allem durch seine Erscheinung zu begruenden ist. Doch je mehr ueber ihn bekannt wird, desto mehr mag man ihm glauben und bemitleidet ihn fuer die Folter, die er in seiner Gefangenschaft erdulden musste. Doch das zweite Kapitel unterbricht diesen Lesefluss massiv, da es direkt zu Tommy Brue springt, ueber den man bisher noch kein Wort gehoert hat. Das Tempo wird also etwas gebremst und die Geschichte komplexer. Doch die Linien finden zusammen und ueber Annabel Richter kann Issa nun auch mit Tommy Brue kommunizieren und seine Anliegen vorbringen. Auch hier hat mir das Buch noch relativ gut gefallen, doch es flacht langsam ab, das anfaengliche Tempo ist raus und das Buch schleppt sich ueber den Mittelteil etwas hin.

Hier werden vor allem sehr viele Geheimdienst-Mitarbeiter verschiedener Laender vorgestellt, doch das war es auch schon. Nur Guenther Bachmann wird genauer beleuchtet, alle anderen zwar hin und wieder erwaehnt, aber sie bleiben blass. Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte: Die Figuren werden zu wenig beleuchtet, es wird zu wenig mit ihnen gemacht. Annabel soll eine junge, attraktive aufstrebende Anwaeltin mit festen Vorstellungen sein, die fuer die Menschen(-rechte) kaempft. Doch dabei bleibt es auch schon. Sie hat im Prinzip kein Privatleben, keine Freunde, sie scheint durchweg mit ihrer Arbeit beschaeftigt zu sein. Das steht fuer mich etwas in Kontrast zu ihren Attributen jung und attraktiv. Auch wird die Gefahr, in der sie durch ihre Arbeit ist, bei weitem nicht ausreichend beschrieben. Man muss nur einmal bedenken, dass sie einem tschtschenischen Moslem hilft, der als islamistischer Terrorist auf den Fahndungslisten des Interpols steht. Das heisst fer Annabel, dass sie, sollte es herauskommen, ihren Job verliert und zusaetlich harte Strafen erdulden muss, da sie einen potentiell aeusserst gefaehrlichen Terroristen beschuetzt. Doch von ihren Arbeitgebern bekommt man nichts miy, das darauf hindeuten koennte. Auch Familie und Freunde werden weitestgehend ausser acht gelassen, was Annabel fuer mich als etwas unrealistisch erscheinen laesst.

Tommy Brue gefaellt mir als Charakter wesentlich besser. Er ist ein reicher britischer Banker, der etwas muede vom taeglichen Arbeitsleben ist und ein kaputtes Privatleben hat. Seine erste Ehe ist geschieden und seine zweite sieht auch nicht sehr rosig aus. Und doch ist er entschlossen, Issa zu helfen, wenn auch nur, um somit alle “Lippizaner” loszuwerden.

Der Werdegang Issas ist auch interessant zu beobachten. Am Anfang konnte ich mich mit ihm noch nicht ganz anfreunden, dieses Misstrauen hat sich erst im spaeten Mittelteil weitestgehend gelegt. Er ist die einzige Person, die eine bedeutende Wandlung in diesem Buch durchmacht. Am Anfang ist er veraengstigt und etwas duester, doch sehr gottesfuerchtig. Diese Gottesfuerchtigkeit behaelt er auch bis zur letzten Seite bei, mir schien es manchmal, als sei das das einzige, was ihn am Leben halte. Mit der Zeit wird er aber immer selbstbewusster, auch wenn er immer noch sehr vielen Menschen misstraut. Ich bin mir immer noch nicht klar, ob er sich des Ausmasses seiner Gefahr wirklich bewusst ist, oder ob er das Gefaegnis als einzige Gefahr sieht. Er bleibt das ganze Buch ueber ziemlich zugeknoepft und legt sein Schicksal in Allahs Haende. Sehr oft hat er mich an Sonny, den Roboter aus I Robot (mit Will Smith, sehr guter Film :)) erinnert. Es ist schwer zu erklaeren, warum; ich schaetze, es waren seine Aussagen, die Art wie und was er gesprochen hat. Wenn ihr den Film gesehen habt, wisst ihr hoffentlich, was ich meine, denn ich finde es sehr schwer in Worte zu fassen.

So gut der Anfang auch war, der Grossteil des Buches konnte mich nicht fesseln. Die Geschichte geht langsam voran, man wird mit Namen von blassen Geheimdienstmitarbeitern regelrecht bombadiert, die man sich schwer merken kann, da es so viel sind, die sich nicht gross voneinander unterscheiden. Sie sind nicht essentiell wichtig, aber dennoch ist es teilweise schwer, den Sinn zu verstehen, wenn man nicht weiss, zu welchem Geheimdienst jemand nun gehoert und wie sein persoenliches Verhaeltnis zu den beteiligten Personen ist. So schleppte ich mich von Seite zu Seite, obwohl sehr wenig passierte. Doch bald waren die letzten 20 Seiten erreicht, da habe ich mich gefreut. Auf den letzten 10 Seiten wurde es dann endlich nochmal spannend, es kamen Action und unerwartete Wendungen hinein. Dieses Bisschen hat mich wirklich gefesselt. Doch es waren wie gesagt leider nur die letzten 10 Seiten. Im Grossteil des Buches passiert einfach zu wenig und der Schreibstil ist sehr langsam und trocken, wodurch es sich sher lange hinzuziehen scheint.

Das Ende laesst dann leider 99% der Fragen offen, was ich sehr schade finde. Zwar regt es stark zu denken an, aber man kann die Geschichte schlecht selber weiter erzaehlen. Es ist ploetzlich, schnell und wenig informativ, sodass es den Leser unbefriedigt das Buch zuklappen laesst.

Den Mittelteil haette man meiner Meinung nach stark kuerzen koennen, dafuer waere die Geschichte mit Beantwortung dieser Fragen ordentlich zu Ende gebraacht worden. So steht fuer mich nur fest, dass John le Carre definitiv kein USA-Fan ist, er kritisiert mit diesem Buch unsere Gesellschaft, aber vor allem die Regierungen der westlichen Laendern und deren Geheimdienste.

Womit ich auch schon bei der Relevanz zu unserer heutigen Zeit waere. Das Buch ist natuerlich nicht nur eine Geschichte, soe hat auch eine Botschaft. Hier wird ganz klar gezeigt, wie die Geheimdienste der westlichen Staaten eher als Feinde denn als Freunde agieren, jeder kocht sein eigenes Sueppchen und will dabei die Suppe des anderen versalzen. Auch sagt der Author, dass viel zu viele Unschuldige wegen Scheingruenden einfach so festgenommen und eingesperrt werden, einfach, um sagen zu koennen, man habe mal wieder einen Terroristen geschnappt. Aus dieser Sicht betrachtet ist das Buch auch wirklich gut, denn diese Botschaft ist leider wahr und gut ruebergebracht.

Jetzt moechte ich nochmal auf den Buchrueckentext zurueckkommen. Dieser hat mich dazu verleitet, das Buch zu kaufen, doch jetzt, nachdem ich es gelesen habe, sehe ich ihn voller Halb- und Unwahrheiten.

Erstmal finde ich es sehr komisch, dass auf einem Buch Werbung fuer ein anderes Buch gemacht wird, auch wenn es vom gleichen Author stammt. Aber gut, das ist meine persoenliche Meinung und kann wohl jeder selbst entscheiden.


Jetzt aber zu der eigentlichen Beschreibung:

“Ein halbverhungerter junger Russe in einem langen schwarzen Mantel wird in der Schwaerze der Nacht nach Hamburg geschmuggelt.”
–> Klingt toll, davon kriegt man aber leider nichts mit. Das hätte man sehr schoen verwerten können, diese Möglichkeit hat le Carré aber leider ausgelassen.

“Bald ist ihr [Annabel] das Überleben ihres Klienten wichtiger als ihre Karriere.”
–> Auch heraus haette man ein schoenes Drama machen koennen, diese Gefahr wird aber ueberhaupt nicht beschrieben. Leider. Es waere ungleich spannender, wenn Annabel auch darum kaempfen muss, ihren Job zu behalten, bzw. ihn verliert und anschliessend wieder bekommen will.

“Ein Dreieck unmöglicher Liebe ist entstanden.”
–> Tommy liebt Annabel, Annabel fuehlt sich sowohl zu Tommy als auch zu Issa hingezogen, bei Issa bin ich mir unklar. Allerdings ist diese Geschichte noch nicht mal eine Nebenstory, das haette man auch stark erweitern koennen.

“Bevölkert mit Personen, die der Leser nie verlieren will”

–> Da die Personen leider unzureichend beschrieben sind, konnte ich mich nicht wirklich mit ihnen identifizieren. Es wird einfach zu wenig über sie ausgesagt, als dass ich sie “nie verlieren” moechte. Eine Ausnahme könnte da Tommy Brue bilden.

“Marionetten lebt mit Humor …”
–> Kein einziges Mal musste ich in diesem Buch laecheln oder schmunzeln, von lachen gar nicht zu reden. Gaehnen war viel oefter an der Tagesordnung.

“…[Fortsetzung vom letzten zitierten Satz], knistert aber vor Spannung bis zur letzten atemberaubenden Seite.”
–> Wenn man das nur auf die letzten 10 Seiten bezieht, stimmt es, ansonsten ist es Schwachsinn.

“Es ist außerdem ein Werk tiefer Menschlichkeit und einer ungewoehnlichen Relevanz zu unserer heutigen Zeit.”

–> Hier hat er Recht, das ist ein absoluter Pluspunkt!

Fazit

Das Thema ist sehr interessant, allerdings ist es das Buch dank des Schreibstils und vieler ausgelassener Moeglichkeiten leider nicht. Ueber lange Strecken ist es langweilig und trocken, sodass ich es teilweise fast weggelegt haette. Es wurde viel zu viel Potential verschenkt, Moeglichkeiten, es sehr spannend gestalten, gab es naemlich genug.

Deswegen meine Wertung: 4/10 Sternen

Danke an Hannibal für diese Rezension.

Jan
10
2009
0

“Watership Down” – Lektüreempfehlung

wdra

Das Buch handelt von einer Kaninchengruppe, die von ihrem Anführer Hazel aus ihrem Gehege geführt wird um eine gefährliche Reise in eine ungewisse Zukunft anzutreten. Es kommt zu dramatischen Begegnungen mit Füchsen, Menschen und anderen Kaninchen. Dabei bleibt das Buch nie das Kinderbuch, da viele vermutlich aufgrund der Kaninchen als Protagonisten erwarten würden. Zentrale Themen des Buches sind Macht(-missbrauch), Umweltzerstörung, Unterdrückung und Autorität. Die verschiedenen Kaninchengehege, auf die die Kaninchengruppe trifft sind in verschiedenen Gesellschaftssystemen organisiert, was zu Konflikten und völlig unterschiedlichen Verhaltensweisen der Kaninchenstämme führt. Der Autor schafft es, der Geschichte Emotionen zu verschaffen, ohne das Ganze in einem Studel von Kitsch untergehen zu lassen. Die verschiedenen Kaninchen werden charakterlich sehr präzise gezeichnet, wodurch die Interaktionen in der Gruppe und gegenüber anderen Kaninchen eine enorme Spannung aufbauen. Der Buch wurde damals auch aufgrund seiner exakten Ortsbeschreibungen bekannt. Der Autor versetzte die Handlung des Buches in das Gebiet, in dem er aufwuchs. Jeder beschriebene Ort, ob Farm oder Fluss existiert bzw. existierte während der Kindheit des Verfassers tatsächlich.
Das Buch wurde oft mit Orwells Farm der Tiere verglichen und als politische Botschaft oder gar Parabel bewertet, was der Autor jedoch mehrfach abstritt. Dennoch ist das Buch aufgrund der genannten Punkte weit mehr als ein Abenteuerroman für Kinder.
Der Roman wurde als Zeichentrickfilm verfilmt. Ich habe ihn noch nicht gesehen, doch wird er meist sehr positiv bewertet. Allerdings ist die Romanhandlung verkürzt, die Geschichten der “Kaninchenmytholgie” die die Kaninchen sich gegenseitig erzählen, entfallen beispielsweise.
Beim Erscheinen des Filmes gab es eine Diskussion, ob dieser Film für Kinder geeignet wäre (er erhielt eine FSK 6 Einstufung), oder ob die teils drastischen Szenen Kinder verstören könnten. Ich werde mir den Film bald einmal anschauen, dann kann ich hier ja ergänzen, ob er mir gefallen hat.

Wertung: 9/10

Written by opd in: Medien | Tags:,

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